Ge_Logo.jpg

Kritische Rohstoffe aus Sicht der deutschen Unternehmen.

kritische Rohstoffe.jpg

Studie  

Kritische Rohstoffe für Deutschland „Identifikation aus Sicht deutscher Unternehmen wirtschaftlich bedeutsamer mineralischer Rohstoffe, deren Versorgungslage sich mittel- bis langfristig als kritisch erweisen könnte.

 

Im Auftrag der KfW Bankengruppe

 

Abschlussbericht Lorenz Erdmann Siegfried Behrendt

 

Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), Berlin

 

Download der Studie

Auszug aus der Studie:

"Die Studie stuft die künftige Versorgungslage von dreizehn mineralischen Rohstoffen als kritisch bzw. sehr kritisch ein.

 

Die identifizierten kritischen Rohstoffe, die überwiegend den seltenen Metallen zuzuordnen sind, sind für viele Produktionszweige der deutschen Wirtschaft, für viele Zukunftstechnologien (z.B. Elektromobilität, Informations- und Kommunikationstechnik) sowie für den nachhaltigen Umbau der Energieversorgung von herausragender Bedeutung.

 

Zu den sehr kritischen Rohstoffen zählen Germanium, Rhenium und Antimon, zu dem kritischen Indium, Wolfram, Seltene Erden, Gallium, Palladium, Silber, Zinn, Niob, Chrom und Bismut. Hohe Versorgungsrisiken ergeben sich für die als kritisch eingestuften Rohstoffe insbesondere durch die Konzentration der globalen Rohstoffproduktion auf wenige Länder, hier vor allem auf die Volksrepublik China (u.a. Germanium, Antimon, Seltene Erden, Wolfram).

 

Bei einzelnen Rohstoffen ergeben sich darüber hinaus Marktrisiken durch ein geringes Verhältnis von den globalen Reserven zur globalen Produktion, so dass hier mittel- bis langfristig Versorgungsengpässe drohen können (u.a. Antimon, Chrom, Germanium, Silber, Zinn). Die 52 untersuchten Rohstoffes sind in den sechs Kritikalitätszonen folgendermaßen verortet:

 

  • geringe Kritikalität (geringes Versorgungsrisiko, geringe Vulnerabilität): Diatomit, Perlitund Vermiculit, Talk und Speckstein, Kaolin, Gips, Glimmer, Eisen, Kalk, Bauxit,Bentonit, Blei, Tantal, Mangan, Phosphat,

  • geringes Versorgungsrisiko, hohe Vulnerabilität: Aluminium, Silicium, Titan, Magnesit,Magnesium, Ilmenit und Rutil,

  • hohes Versorgungsrisiko, geringe Vulnerabilität: Diamant, Borat,

  • mittlere Kritikalität (mittleres Versorgungsrisiko, mittlere Vulnerabilität): Graphit, Selen,Strontium, Baryt, Zirkon, Molybdän, Zink, Hafnium, Flussspat, Nickel, Vanadium,Cobalt, Beryllium, Lithium, Kupfer, Platin, Tellur,

  • hohe Kritikalität (hohes Versorgungsrisiko, hohe Vulnerabilität): Wolfram, Seltene Erden, Gallium, Palladium, Silber, Zinn, Indium, Niob, Chrom, Bismut,

  • höchste Kritikalität (sehr hohes Versorgungsrisiko, sehr hohe Vulnerabilität): Germanium,Rhenium, Antimon.

Insgesamt dominieren einige seltene Metalle das Kritikalitäts-Screening, wohingegen die meisten Massenmetalle, Steine und Erden sowie Industriemineralien geringere Kritikalitätswerte erreichen.

 

Die Klassifizierung der Rohstoffe hinsichtlich der Kritikalität ist das Ergebnis von Berechnungen der zugrundeliegenden Indikatoren und ihrer Gewichtung sowie von idealtypischen Grenzziehungen in die sechs Zonen.

 

Die hier gewählten Grenzen sind pragmatisch in Bezug auf den Bereich höchster Kritikalität gezogen worden. Durch Verschiebung der Zonenränder könnten einzelne Klassifizierungen auch anders ausfallen. Unzweifelhaft ist jedoch die exponierte Stellung von Germanium, Rhenium und Antimon.

 

Auch Rohstoffe mit Vergleichsweise geringer Kritikalität können einzelne Indikatoren mit besorgniserregenden Werten aufweisen. Bei Bauxit sticht z.B. die Herkunft eines Großteils der Importe aus Guinea (66 %) und bei Phosphat die fehlende Substituierbarkeit für Phosphatdünger in der Landwirtschaft hervor. Das breite Indikatoren-Set filtert nur solche Rohstoffe als kritisch heraus, die bei mehreren Indikatoren schlecht abschneiden."

Der Begriff Vulnerabilität (von lateinisch vulnus „Wunde“ bzw. vulnerare „verwunden“) bedeutet „Verwundbarkeit“ oder „Verletzbarkeit“. Er findet in verschiedenen wissenschaftlichen Fachrichtungen Verwendung.